Religiös motivierte SM-Show und ich mit der Hand im Schritt

Manche Sadhus sind echt nicht ganz dicht. Oh je, darf man sowas überhaupt sagen, angesichts der Verehrung die den heiligen Männern zuteil wird? Ist das schon Blasphemie? Egal, genauso wenig hätte ich für möglich gehalten, dass ich mir mal in aller Öffentlichkeit spontan in den Schritt fasse. Und das schon gar nicht in Indien. Aber ich bin wohl nicht der einzige Mann, der unwillkürlich seinen Intimbereich hinter der schützenden Hand verbirgt. Was manche Naga Babas (nackte Kriegermönche) da machen ist eine einzige Herausforderung für emphatische Menschen. Kein Gott kann sowas gutheißen. Schon gar nicht Shiva, den die Sahdus so verehren.
Wie auch immer, jedenfalls ist die Übung seinen Penis auf einen Stock oder Säbel zu wickeln, in diesem Jahr besonders beliebt. Auf den früheren Kumbh Melas hatte ich diese Art der Darstellung deutlich seltener beobachtet. Damals war es eher im Trend mit demselben Steine zu liften. Auch nicht schön, aber nicht ganz so krass wie dieses Aufwickeln und verdrehen. Der Stock wird nämlich nach dem Aufwickeln gedreht, so dass er zwischen den Beinen durchpasst. Penis und Hoden werden nach hinten gezogen, so dass der Mann von vorne aussieht, als wäre er egar kein Mann … Alternativ werden dann noch Yoga-Stellungen eingenommen oder es wird gar der Kollege dazu aufgefordert, auf den Stock zu steigen. Die Freudenschreie legen nahe, dass es den Babas Spaß macht, sich auf diese Weise selbst zu malträtieren.
Gleich zweimal habe ich das zweifelhafte Vergnügen dieser Darbietung aus nächster Nähe beizuwohnen. Beim ersten Mal habe ich mich aus Neugierde sogar noch selbst vorgedrängelt und als ich 10 Rupien (17 Cent) in die Schale werfe, winkt mich der Baba ganz nah ran, damit ich auch nichts verpasse und gute Aufnahmen machen kann. Nur aufgrund dieser Nähe sind einige Bilder Weitwinkelaufnahmen. Damit wäre das Thema für mich abfotografiert und abgehakt gewesen, wären da nicht noch die zwei Sadhus, die mir eine Extrafreude bereiten wollen. Die Unterhaltung mit den Beiden ist angeregt und nach einiger Zeit sogar lustig. Da bietet es sich ja an, ein wenig voreinander anzugeben. Und da ein schnelles Auto, ein Job oder eine heiße Frau für einen Sadhu kein Zeichen des Erfolgs bedeutet, zeigt mir der Naga Baba, was er so alles mit seinen Fortpflanzungsorganen anstellen kann. Auf engstem Raum, darf ich in nur knapp einem Meter Entfernung erleben und dokumentieren, was untenrum so alles möglich ist. Kein angenehmer Anblick. Die ganze Show endet etwas grotesk damit, dass der Baba sich eine Pistole auf die Penisklemme montiert. Ein Großteil des Publikums ist begeistert und am Ende liegen viele Scheine in der Schale.

 

Anmerkung: Es schmeichelt mir, dass manchen Besuchern meine Bilder gefallen. Für eine Veröffentlichung auf der eigenen Website, Blog, Print etc. möchte ich aber gefragt werden. Die Bilder sind alle urheberrechtlich geschützt und mit einem Wasserzeichen versehen. Ich setze gelegentlich Bildersuchmaschinen ein, die mir anzeigen, wohin Bildkopien geklaut wurden. Also, teilen ist erlaubt und erwünscht. Wer Bilder klaut und ohne Urheberhinweis veröffentlicht, wird ab sofort ohne Vorwarnung abgemahnt und für die versäumten Lizensgebühren zur Kasse gebeten.
Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPrint this pageEmail this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.