Reisefotografie in Indien – Tipps für noch bessere Fotos

Indien macht es uns Reisenden einfach den Daheimgebliebenen beeindruckende Fotos zu präsentieren. Sehenswürdigkeiten jeglicher Art und kaum ein Tag ohne farbenfrohe Feste und Märkte laden ein, die Kamera auf Schritt und Tritt dabei zu haben. Und dazu eine einzigartige Bereitwilligkeit der indischen Bevölkerung vor die Kamera zu treten, lässt kaum Wünsche offen. Was eure, Reisefotografie noch besser machen kann, habe ich in vier Punkten zusammengefasst:

Kennt eure Kamera – Wenn ich mich in Indien auf den Weg mache, um zu fotografieren, sind natürlich die Akkus voll und (Ersatz-)Speicherkarten griffbereit. Darüber hinaus habe ich Blende, Belichtung und ISO für wahrscheinliche Szenarien voreingestellt. Das heißt, ich mach mir vorher Gedanken, was und wo ich möglicherweise fotografieren werde und wie die Lichtverhältnisse sein werden. Die Kamera trage ich mittels einem Sun-Sniper Kameragurt an der Hüfte. Das hat die Vorteile, dass sie nicht gleich gesehen wird und ich habe sie blitzschnell auslösebereit. Jeder der schon mal in Indien unterwegs war, weiß wie schnell ein interessantes Motiv auftauchen kann. Habt ihr die Kamera vorbereitet und seid dann noch in der Lage, bei Bedarf, Einstellungen schnell zu verändern, wird eure Ausbeute noch besser.

Nehmt euch Zeit – Das ist der wichtigste Tipp, den ich geben kann. Niemand möchte »abgeschossen« werden. Das hinterlässt selbst bei den Fotobegeisterten Indern ein unangenehmes Gefühl. Lasst euch auf die Situation ein. Setzt euch hin und beobachtet, lasst die Kamera erstmal unten und kommt an. Ihr glaubt gar nicht, von wie viele Menschen ihr beobachtet werdet, ohne dass ihr es merkt. Ob in der Geschäftsstraße, dem Park mit den Sehenswürdigkeiten, dem Markt oder sonst wo, wir fallen auf. Mir ist es schon oft passiert, dass mich jemand angesprochen hat und fragte, ob ich ihn nicht auch mal fotografieren wolle. Er hätte gesehen, dass ich schon seit einiger Zeit hier wäre und Bilder machen würde. Meist ist es auch so, dass die Menschen mit der Zeit das Interesse am Ausländer verlieren. Wo ich beispielsweise auf einem Markt anfangs noch unter genauer Beobachtung stand, schaut nach einiger Zeit niemand mehr nach mir, weil es schlichtweg langweilig ist.

Kommuniziert – Das mindeste, was man vor dem Auslösen tun sollte, ist freundlich auf die Kamera zu zeigen und um Erlaubnis fragen. Viel besser ist es, Interesse an eurem Motiv zu zeigen. Lasst doch erstmal die Kamera unten, haltet ein Schwätzchen, fragt was hier gemacht oder verkauft wird, erzählt von euch. Zeigt den Menschen, dass ihr euch für sie interessiert, dann kommt die Einladung zum Fotografieren oftmals von ganz alleine. Ob das die Audienz bei einem Sadhu war, die Einladung zu einer Hochzeit, das Fotografieren von Sportveranstaltungen oder die Führung durch eine Fabrik, die Gewehre herstellt, all das kam nicht wegen meiner Kamera zustande, sondern weil ich mich absichtslos interessiert hatte. Sind dann die ersten Bilder gemacht, zeigt diese auf eurem Display. Wenn es dabei noch etwas zu Lachen gibt, ist das Eis endgültig gebrochen.

Kommt wieder – Ja, ich weiß, das ist nicht einfach aber wer es einmal ausprobiert hat, wird es lieben. Viele Orte in Indien habe ich im Rahmen meiner Indienreisen schon mehrmals besucht. Wenn ich beispielsweise wieder nach Kolkata komme, werde ich auf jeden Fall einige Bilder, die ich beim letzten Mal dort gemacht hatte, großformatig ausdrucken und mitnehmen. Ihr könnt euch vorstellen, was das eine Freude ist, wenn ich wieder auf dem Blumenmarkt oder der Chicken-Street vorbeikomme und die Bilder verteile. Ich habe auch schon Umwege in Kauf genommen; beispielsweise um ein Fotobuch von einer Hochzeit, die ich fotografieren durfte, zu überreichen. Auf einen Schlag stand die halbe Hochzeitsgesellschaft im Hof und diskutierte den »westlichen« Stil der Hochzeitsfotografie. Es wurden Tee und Snacks gereicht, Vergleichsbilder und Alben gebracht und am Ende sollte ich wiederkommen und zwar mit Kamera, um neue Erinnerungsfotos zu schießen. Ich mag das Wiederkommen auch deshalb, weil ich damit ein bisschen zurück geben kann 🙂

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