Auf’m Rummel in Indien – Teil 2 – Seiltanz & Artistik auf der Pushkar-Fair

Ich gehe nicht gerne auf den Rummelplatz. Wann immer bei uns Frühjahrsmarkt, Brezelfest oder sonstirgendeine Veranstaltung mit Rummel stattfindet, verhalte ich mich ganz still, tu wahnsinnig beschäftigt und hoffe, dass Verwandte oder Freunde meine Kinder mitnehmen. Gerne auch gegen eine großzügige Beteiligung in Form von Jahrmarktsgroschen. Wobei von Groschen kann ja nicht die Rede sein. Wer Kinder hat und einen Spaziergang über die »Vergnügungsmeile« macht, ist schnell einige Scheine los. Anders in Indien, was aber nicht der Grund für mein Faible für indische Jahrmärkte ist.

In Indien gehe ich gerne auf den Rummel, weil es … hmmm … so krass ist! Anders kann ich es nicht beschreiben. Außer in Indien habe ich noch nirgendwo gesehen, dass Riesenräder sich so schnell drehen, dass die Gondeln waagrecht in ihren Halterungen hängen und die Fahrgäste sich festhalten müssen. Überhaupt gelten Sicherheitskonzepte, wie wir sie gewohnt sind auf indischen Rummelplätzen nicht. Weder für die Schausteller noch für Vergnügungssuchende. Der Beruf des Schaustellers ist auch in Indien kein Beruf mit dem man reich werden kann. Egal, ob Riesenrad oder Tierdressur. Weder Mensch noch Tier werden geschont.

Im zweiten Teil zeige ich Euch ein paar meiner Aufnahmen der meist jungen Artisten, die sich mit Seiltanz und Artistik ihren Lebensunterhalt verdienen. Auch bei diesem harten Job gibt es nicht viel zu verdienen. Die Familienbetriebe leben von den Einnahmen, die die Zuschauer freiwillig geben. Und das ist nicht allzu viel. Die meisten schauen zu und gehen weiter, wenn der Teller umgeht. Das Angebot und somit die Konkurrenz ist groß. Wenn ich dann am späten Abend über den Platz nach Hause laufe, sehe ich die Familien, mit all ihrem überschaubaren Hab und Gut, am Lagerfeuer. Die Kinder, die den ganzen Tag auf dem Seil waren, schlafen schon. Morgen früh muss es weitergehen. Jeder Tag auf der Messe bringt ein paar Rupien ein.

Bei der Bildbearbeitung habe ich so lange ausprobiert, bis ich das Gefühl hatte, es passt zu meinen Erinnerungen. Es war heiß, staubig und laut. Die Farben habe ich entsättigt und wollte es trotzdem kontrastreich und scharfgezeichnet. Über Rückmeldungen/ konstruktive Kritik zum Bearbeitungsstil, freue ich mich natürlich.

Im ersten Teil ging um die Affendressur: http://weblog.digitaletiefe.com/aufm-rummel-in-indien-teil-1-affendresur-auf-der-pushkar-fair/

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