Auf’m Rummel in Indien – Teil 1 – Affendressur auf der Pushkar-Fair

Ich gehe nicht gerne auf den Rummelplatz. Wenn immer bei uns Frühjahrsmarkt, Brezelfest oder sonstirgendeine Veranstaltung mit Rummel stattfindet, verhalte ich mich ganz still, tu wahnsinnig beschäftigt und hoffe, dass Verwandte oder Freunde meine Kinder mitnehmen. Gerne auch gegen eine großzügige Beteiligung in Form von Jahrmarktsgroschen. Wobei von Groschen kann ja nicht die Rede sein. Wer Kinder hat und einen Spaziergang über die »Vergnügungsmeile« macht, ist schnell einige Scheine los. Anders in Indien, was aber nicht der Grund für mein Faible für indische Jahrmärkte ist.

In Indien gehe ich gerne auf den Rummel, weil es … hmmm … so krass ist! Anders kann ich es nicht beschreiben. Außer in Indien habe ich noch nirgendwo gesehen, dass Riesenräder sich so schnell drehen, dass die Gondeln waagrecht in ihren Halterungen hängen und die Fahrgäste sich festhalten müssen. Überhaupt gelten Sicherheitskonzepte, wie wir sie gewohnt sind auf indischen Rummelplätzen nicht. Weder für die Schausteller noch für Vergnügungssuchende. Der Beruf des Schaustellers ist auch in Indien kein Beruf mit dem man reich werden kann. Egal, ob Riesenrad oder Tierdressur. Weder Mensch noch Tier werden geschont.

Im ersten Teil zeige ich euch ein paar Eindrücke der Affendressur. Tierschützern werden sich die Nackenhaare stellen, zu Recht. Andererseits ist das Spektakel auf dem staubigen Gelände wahrscheinlich die einzige Möglichkeit für die Männer, ihre Familien über die Runden zu bringen. Die tingeln von einem Markt zum anderen. Und am späten Abend, wenn alles schließt, liegen sie mit ihren Tieren, eingepackt in einer löchrige Decke, am Straßenrand, um am nächsten Tag wieder eine Show nach der anderen vorzuführen, für ein paar Rupees. Den die meisten Zuschauer haben selbst kaum etwas in der Tasche.

Bei der Bildbearbeitung habe ich mich für einen Stil entschieden, der seit dem Film Sin City recht beliebt ist. Dabei werden alle Farben entsättigt, bis auf rot. Zusätzlich wird der Kontrast erhöht. Ich finde so kommt gut raus, dass die Affen zum Teil geschminkt sind und überwiegend rote Kleider anhaben. Es spiegelt ganz gut das Gefühl wieder, dass ich hatte, als ich mir die Vorführungen angeschaut habe – krass eben. Über Rückmeldungen/ konstruktive Kritik zum Bearbeitungsstil, freue ich mich natürlich.

 

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