5 Gründe, weshalb Indien das beste Land zum Fotografieren ist

»Warum denn immer Indien?« Die Frage habe ich schon oft gehört. Ja, mittlerweile komme ich auf über 20 Indienreisen, manchmal sogar monatelange. Bei den ersten Reisen hat das Geld eine Rolle gespielt. Mein Ziel war es mit dem Rucksack und schmaler Geldbörse möglichst lange unterwegs zu sein. Unterkünfte für 2 Euro, Essen für ein paar Cent und Sonne, Chaos, Abenteuer für umsonst. Das ist längst nicht mehr so. Einerseits ist die Reisekasse nicht mehr so klein und andererseits gibt es genug spannende Länder zu erkunden, in denen man günstig unterwegs sein kann. Aber kein Land, das ich bisher besucht habe, ist fotografisch so interessant wie Indien.

1. Indien ist vollgepackt
Ob ihr euch fotografisch für Natur, Landschaft, Kultur, Religion, Historisches, Architektur, Menschen, Portraits, Straßenfotografie, Technik, Panoramen, HDR … oder was auch immer interessiert, Indien hat es. Und zwar nicht so, dass man sagen könnte: »Ja, man kann auch ein bisschen Berge fotografieren« Nein, man hat das Himalaya, mit allem drum und dran. Verwunschene Bergdörfer, wettergegerbte Menschen und, für Indien etwas besonderes: Stille. Im Süden hingegen die Strände, die bunten Tempel und ein ganz anderer Menschenschlag. Und dazwischen ist alles voll, mit Motiven, die jedes Fotografenherz höher schlagen lassen.

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2. Historisches lebt
Ägypten, Guatemala, Mexiko, Italien Griechenland u.v.m. Zuletzt die Pagoden von Vietnam. Alles toll und interessant, keine Frage. Aber irgendwie folge ich immer mehr der Antwort eines älteren Reisenden, den ich fragte, warum er den nicht mitkommt, die verlassenen Höhlen zu besichtigen. »Ich kann keine toten Steine mehr sehen. Ich setze mich lieber in die Nähe des Tempels und schau mal was passiert« Wer in Ägypten die Pyramiden und Grabmäler gesehen hat, ist fasziniert und hat Bilder, die es hunderttausend mal schon gibt. Wer in Madurai im Meenakshi Temple war, ist fasziniert und hat Bilder, die es nur einmal gibt.

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3. Indien will es
Auf all meinen Reisen nach Indien wurde mir so gut wie noch nie das Fotografieren untersagt. Ganz im Gegenteil, die Inder sind ein sehr fotogenes Volk. Immer wieder passierte es mir, dass Menschen stehenblieben und mich aufgefordert haben, ein Bild von ihnen zu machen. Da werden meiner Partnerin auch mal Babys in den Arm gedrückt, um ein Familienbild mit den »Ausländern« zu machen. Oder einem kurzen Gespräch folgt eine Einladung zu einer spektakulären Hochzeit.

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4. Erwartet das Unerwartete
Geh raus, lauf ein bisschen durch die Gassen, nehm einen Chai am Teestand, schau dich um. Irgendwas ist immer. Lass es zu, dass Indien in deine Kamera kommt. Eine leidenschaftliche Demo, eine Kuh die sich mitten auf die Kreuzung setzt und den kompletten Verkehr lahmlegt, eine religiöse Prozession mit geschmückten Elefanten, Feste und Veranstaltungen, die bunt und laut sind; bei denen man sich als einziger Ausländer wiederfindet, weil es einfach so viele davon gibt, dass sie nicht auf Tripadvisor aufgelistet werden können.

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5. Ich fühl mich sicher
Mittlerweile habe ich eine umfangreiche Fotoausrüstung. Das in Kombination mit meinem Talent etwas liegen zu lassen und/oder mich zu verlaufen hätte mich in Südamerika möglicherweise schon viel mehr als nur den Kameraverlust gekostet. In Indien habe ich selten Angst. Selbst wenn ich mich nach Anbruch der Dunkelheit in eine Slumgegend verlaufe, komme ich eher mit spannenden Eindrücken zurück, als mit gebrochener Nase und ausgeräumter Tasche. Eine Tatsache jedoch, die ich nicht unerwähnt lassen möchte: Das gilt nur für Männer. Für beiderlei Geschlecht gilt, nur gute Taten sorgen für gutes Karma. Einmal ist uns eine weggeworfene defekte Armbanduhr bis zum Busbahnhof nachgetragen worden. Der erschöpfte und völlig verschwitzte Hoteljunge stand urplötzlich vor mir und hielt mir die Uhr vor die Nase. Ich habe viele Dankeschön geheuchelt, ein Trinkgeld wollte er nicht. Mein aufrichtiger Dank hingegen galt den Barbesitzern, die mir nach einer feuchtfröhlichen Abschiedsfeier, meine Mappe mit Reisepass, Flugticket, Geld und Kreditkarte ins Zimmer brachten. Die hatte ich schon gerichtet und am Manni, für unseren Abflug am frühen Morgen.

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Und wenn ihr jetzt Lust auf das fotografisch attraktive, chaotische, hinreisende „Incredible India“ bekommen habt, begleitet uns doch auf unserer Fotoreise: hier gehts lang

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